I was „going Places“…

Geschrieben von Rico Neitzel

Kategorien: Privates

Meiner erster Aufenthalt in den Staaten ist nun fast zu Ende. Im Moment sitze ich im Flieger auf dem Weg nach Philadelphia. Zeit für einen kurzen Rückblick, was die vergangenen Tage so alles geschehen ist.

Im November 2010 kam Roy Rubin von Magento Inc. auf mich zu, ob ich nicht Lust hätte, zur ersten Internationen Konferenz „imagine“ zu Besuch in die Staaten zu kommen. Als ehrenamtlicher Community Manager für die deutsche Community bin ich diesem Aufruf nur zu gerne gefolgt.

So war es also dann am vergangenen Samstag soweit, dass ich mich morgens um 7 in den Zug nach Frankfurt gesetzt habe. Es ist nicht das erste mal, dass ich mit dem Flieger – solange – unterwegs bin, aber es ist das erste Mal, dass ich Amerika besuche. Also schwingt da auch jetzt immernoch ein bisschen Aufregung mit. In den Staaten würde man es wohl „Excitement“ nennen. In Frankfurt angekommen, hab ich mich ein bisschen umgesehen und dann doch relativ bald mein Gepäck aufgegeben. Transatlantische Sicherheitsbestimmung sind ein kleines bisschen eigen dieser Tage. Allerhand Fragen durfte man beantworten, bevor man endlich zum CheckIn-Schalter kam.

Das Köfferchen war dann endlich auf seine große Reise im unterirdischen Labyrinth der FraPort gegangen und ich habe mich gemütlich auf den Weg zum Gate gemacht. Erstmal deutsche Passkontrolle, dann gegebenenfalls Shopping (das habe ich ausfallen lassen!) und dann ab in die Sicherheitskontrolle. Alles aufs Band, alles ausziehen, was nicht Socken, Hose oder T-Shirt ist. Und dann ab durch den Metalldetektor.

Danach ist es recht trostlos im Flughafen. Ich verbrachte meine Zeit dann in der Boarding-Quarantäne, bis wir endlich in die Maschine durften.

Der Flug selbst war angenehm. Über meinen Sitznachbar habe ich ja bereits ein paar Worte verloren. Interessant: Mittlerweile gibt es auf Langstreckenflügen gefühlt 100 Filme, TV-Serien und Musikalben im Unterhaltungsangebot. Sehr, sehr krass. Ich erinnere mich noch genau an meinen Flug in die Dominikanische Republik. Da gab es tragbare DVD-Player und 4 verschiedene DVDs zur Auswahl. Der Fortschritt macht eben nicht Halt.

Ich hatte leider gar nicht so richtig mitbekommen, dass wir über eine Stunde zu spät in Philadelphia gelandet sind. Dort ist nämlich die Einreise in die USA durchzuführen, Gepäck aufnehmen und wieder aufgeben und natürlich an der Einreisebehöre und am Zoll vorbei. Nachdem ich bei der Einreise leider die Schlange an der Einreise- und Passkontrolle erwischt hatte, die einen recht niedrigen Durchsatz hatte und im Anschluss daran unser Gepäck auch ewig nicht kam, war es dann schließlich so, dass ich meinen Anschlussflug, der 5 Minuten früher als geplant startete, nicht mehr bekommen habe.

Warum auch immer die Maschine nicht gewartet hat – ich weiß es nicht – aber so hatte ich einen kostenlosen Aufenthalt im RamadaInn in Philadelphia gewonnen, mit einem $15 Essensgutschein den ich sowohl im Hotel, als auch im Flughafen einlösen durfte; es handelte sich nämlich an diesem Abend um den letzten Flug nach Los Angeles. Das ganze hatte aber dann den Vorteil, dass ich den Jetlag etwas besser ausgleichen konnte, da Philadelphia nur 5 und nicht gleich 9 Stunden früher dran ist. Was ich allerdings weniger toll fand: Mein Gepäck war auf dem Weg nach Los Angeles.

Bei dieser ganzen Aktion habe ich das erste mal am eigenen Leib das gefühlte Missverhältnis von deutschem „Nicht weit weg!“ und amerikanischem „Nicht weit weg!“ zu spüren gekommen. Auf meine Frage, wo denn das Hotel wäre bekam ich als Antwort „Gleich hier beim Airport.“ – was nichts anderes hieß als: 30 Minuten Autofahrt 😀 Unglaublich.

Am nächsten Morgen – genauer gesagt 4 Uhr – ging es dann wieder zurück zum Airport und ich bin dann pünktlich um 7.35 mit Ersatzflug auf dem Weg nach Los Angeles gewesen.

Das von Rhonda Rondeau für den Morgen geplante „Community Breakfast“ ist für mich leider ausgefallen, da die Maschine erst gegen 11 Uhr in Los Angeles ankam. Vor dem Flughafen gab es einen Ameisen ähnlichen Shuttle-Verkehr zu den diversen Hotels und ich habe nach fast 30 Minuten dann auch endlich den Bus für das „Hilton LAX“ nehmen können.

Im Hilton angekommen warteten Rhonda und einige andere bekannte Gesichter der Community auf mich. So habe ich mich über Nick Weisser, OpenStream CH, gefreut. Auch die französischen Vertreter unserer Schwesternveranstaltung Bargento waren mit von der Partie. Neu hinzugekommen ist Nils Eriksen, ProContractors aus Dänemark. Nils ist ein netter, ausgesprochen entspannter Zeitgenosse. Sehr gefreut habe ich mich aber über Mason, Rhondas großen Sohn, der uns an dem Tag begleitet hat. Mason ist ein interessanter Kerl. Hoch intelligent, nicht auf den Mund gefallen und auf seine eigene Art sehr liebenswert :-)

In dieser illustren Runde sind wir ins Getty Museum gefahren. Wahnsinnig schöne Anlage dort, interessante Ausstellungen und nicht zu letzt eine sagenhafte Aussicht auf L.A. Im Anschluss an das kulturelle Programm ging es dann mit etwas spannender Autofahrt und Parplatzsuche nach Venice Beach.

Mit 24 Grad war es dort richtig angenehm und die Sonne hat ein leichtes Sommergefühl aufkommen lassen. Scheinbar ist aber die Sonne einigen Amerikanern dort etwas zu Kopf gestiegen 😀 Ich habe noch nie in meinem Leben so viele Wahnsinnige auf einem Haufen gesehen. Besonders hervorzuheben ist der augenscheinlich schwer unter Drogen stehende Doppelgänger von Jean Connery, der die ganzen zwei Stunden, die wir am Strand und der Promenade waren, in Shorts mit Hut getanzt hat – und zwar meist ohne Musik.

Bei Big Daddy and Son’s haben wir uns dann mit ordentlich fetthaltigem Essen und gezuckerten Getränken eingedeckt – ganz wie es der Amerikaner mag. Was mir persönlich in Los Angeles und Philadelphia aber auf den Keks ging: Es gibt aus der Leitung ausschließlich gechlortes Wasser. Nicht mal ein Ginger Ale war frei von Chlor, da die Eiswürfel oder das Mischwasser für den Sirup auch aus der Leitung genommen werden. Da frage ich mich doch ernsthaft, ob das den Menschen auf Dauer nicht schadet?

Nach einer sehr amüsanten Zeit am Strand ging es dann zurück ins Hotel. Später ist dann auch endlich Vinai Kopp, der Netzarbeiter und Modulprogrammierer, ankommen und auch Damian Luszczmak von icyapp hat den Weg zum Hotel mit seiner Miet-Corvette gefunden. Die deutsche Infanterie war also komplett.

Zum Abendessen habe wir uns dann dank Nicks Hilfe mit dem Big Blue Bus nach DownTown (glaube ich) durchgeschlagen und haben es uns in einem japanischen Restaurant gut gehen lassen. Vinai hat ne Flasche Sake geschmissen und wir hatten alle gute Laune und ne Menge zu erzählen. Danach ging es dann brav ab ins Bett und der Sonntag war auch schon vorbei.

Montag

Am Morgen habe ich geschafft, bis 5.45 Uhr zu schlafen – das ist ja gar nicht so schlecht. Nach dem Frühstück haben Vinai und ich erstmal ordentlich an seiner Präsentation für Mittwoch gearbeitet. Den restlichen Tag habe ich so ein bisschen verbummelt muss ich gestehen. Ich habe auch ehrlich gesagt keine Wirklich Ahnung mehr, was ich gemacht habe. Ich war ab und zu in der Lobby gesessen und habe mir aus unserem Hotel-eigenen Starbucks Kaffee geholt. Dann bin ich noch hier und da in den Veranstaltungsräumen herumgesprungen, auf Rhondas Versen. Sie hat mir auch zwei weitere wichtige Mitglieder der Magento Community vorgestellt. Zum einen Brent W. Peterson (i really apreciate this name! LOL) und zum anderen Sherrie Rohde. Brent hat seine ganz eigene, trockene Art von Humor – seeeehr schön. Genau mein Fall. Sherrie hat den Magento Design Guide geschrieben und arbeitet für Minerva Promotions.

Mittagessen ist am Montag glaube ich ausgefallen. Dafür gab es Abends dann eine große Eröffnungsparty. Amerikaner kleckern ja nicht, die hauen bergeweise das Zeug raus. Also war die gesamte Veranstaltung auch im amerikanischen Größenverhältnis angelegt. Riesen Beamer, ordentlich Druck in der Musik mit zwei DJs, Lichterspektakel, Dekozeugs, vier Videokameras, zwei Fotografen; Live-Coocking-Buffett und eine große Bar. Ich bin übrigens überrascht, aber in Amerika kennt man scheinbar keinen Caipirinha – entsetzlich. Der gute Barmann hat auf Anweisung auch sein Menschenmöglichstes versucht, aber das Ding war ein fürchterlich – der Versuch des zweiten Barmannes im zweiten Anlauf war dann aber NOCH schlimmer :-)

Die Party war in vollem Gange und die fast 600 Gäste hatte ordentlich Spaß – in dem Moment ging die Musik aus, das Licht an und die Deko wurde langsam abgebaut. Ich bin mir nicht ganz sicher, aber ich glaube in Business-Amerika hat man noch nicht so den Bogen raus, wie man Parties feiert 😉

Wir haben uns dann alle in die Hotelbar verzogen, dort noch etwas Zeit verbracht und dann war der Tag auch schon schwerstens vorbei.

Dienstag und Mittwoch

… gab es neben allerlei spannenden Vorträgen auch nette Gespräche und viel Rennerei durch’s Hotel. Die Aftershow-Party in den neuen Geschäftsräumen von Magento Inc. hatte durchaus Charme. Nach dem etwas zähen Shuttletransfer mit diversen Limousinen warteten auf dem Magento Inc. eigenen Parkplatz Food-Trucks. Ähnlich eines Volksfestes bekommt man sein Essen direkt aus den Anhängern der Trucks – Sushi, Eis, Burger, Sandwiches! Wie aber hätte es auch anders sein sollen. Während einer tollen Party mit sehr viel Spaß und noch mehr Alkohol drehte das Veranstaltungsteam um 22 Uhr den Strom für die Musik ab, und spendete der Location angenehm helles Bürolicht. Also wieder ab nach Hause und – natürlich – wieder in die Hotelbar.

Was Amerikaner so unter Feiern verstehen…

Donnerstag

Um zwei war die Nacht vorbei. Nach einer kurzen Dusche noch fix den Rest eingepackt und dann zack zack, ab zum Flughafen. Ich habe nach endlich erfolgreichem CheckIn allerdings zwei Runden in der Sicherheitskontrolle verbracht, weil sich das Aufgeben des Gepäcks organisatorisch nicht ganz in mein Vorgehen eingefügt hat. Nichts desto weniger war ich mehr als pünktlich am Gate und habe brav meine Zeit abgesessen. Leider war ausgerechnet in LAX kein kostenfreies Wifi verfügbar. Keine Ahnung, warum das sonst überall geklappt hat. Nun ja – auch diese Zeit habe ich überstanden und der Flugzeugwechsel in Philadelphia lies diesmal nicht zu Wünschen übrig.

Nun bin ich seit bald 8 Stunden in der Luft, irgendwo Ostküste und Spanien, vielleicht Grönland, wer weiß. Und wenn ich Imagine mal von der privaten Seite zusammenfasse, dann habe ich wundervolle Menschen kennengelernt – allen voran Rhonda Rondeau. Mit ihren über 30 Jahren (yeah rhonda – i am being polite 😉 ) ist sie immernoch ein wundervoll jung gebliebener und fürchterlich durchgeknallter Mensch. Ich kann von meiner Seite aus nur jedem eine solche Rhonda wünschen. Sie werde ich in Deutschland am Meisten vermissen. An dieser Stelle also ein übermenschlich herzliches Dankeschön für die Aufopferung, das Lachen, die Tränen und die schier endlos dauernden Kreuz- und Querfahrten auf der Suche nach dem Ziel – in L. A. und vielleicht auch im Leben :)

Alleine deswegen lautet mein Fazit für diesen Ausflug: Das hättest Du auf jeden Fall vermisst!

1 Kommentar Kommentare zur diesem Artikel Sag mir Deine Meinung zu diesem Artikel!

  1. Tim Zahn sagt:

    Besser Spät als nie :-) Sehr guter Artikel.

    Gruß

    Tim

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